“Ich geh nimmi nuff!” – Pfeifen? Buh!

Kolumne

“Ich geh nimmi nuff!”– an dieser Stelle wollen wir außerhalb unseres Podcasts ab und an ein paar Gedanken rund um den Betze zusammenfassen. Nachdem Daniel schon seine Gedanken zum Thema geschildert hat, befasst sich nun Flo mit den Unmutsbekundungen der Zuschauer vom vergangenen Montag und den Reaktionen der Spieler und Verantwortlichen.

„Mentalität schlägt Qualität!“
Dirk Schuster, Trainer eines Doppelaufsteigers

27803 Zuschauer waren im Fritz-Walter-Stadion. Bei einem Montagsspiel gegen Paderborn an einem trüben, verregneten Abend im August.

Was ich nach dem Spiel auf dem Heimweg aus verschiedenen Quellen hören und lesen musste, hat dem Fass zumindest den Boden ausgeschlagen, es bei manchen vielleicht zum Überlaufen gebracht. Da beschweren sich Trainer Kosta Runjaic und Kapitän Chris Löwe tatsächlich darüber, dass zur Halbzeit gepfiffen wurde und wissen gar nicht, was die Fans eigentlich wollen. Das sagt sehr viel aus.
Runjaic spricht am Sky-Mikrofon von einer guten vergangenen Saison und fragt sich, warum er sich dafür noch rechtfertigen müsse. Sorry Kosta, wer vier Spieltage vor Schluss auf dem zweiten Tabellenplatz steht und diesen so leichtfertig verspielt, der hat keine gute Saison gespielt. Der hat versagt.
Löwe geht kurzerhand mal nicht zusammen mit der Mannschaft zu den bösen Fans, nachdem er diesen in der Halbzeit noch hämisch applaudiert hat. Ich selbst finde es ja besser, sich eventuell unangenehmen Situationen zu stellen, aber jedem das Seine.

Quelle: Screenshot Sky

Quelle: Screenshot Sky

Außerdem fragt er sich, warum man denn nicht hinten rum spielen solle, wenn der Gegner Paderborn gar nicht erst angreife. Wenn das die Spielphilosophie eines Fußballtrainers sein sollte – was ich nicht so recht glaube will – dann haben die roten Teufel das Stadion bald leergespielt. Auch wenn sich Löwe mittlerweile bei Facebook nochmal geäußert hat, wäre es sicher besser gewesen mal eine Nacht darüber zu schlafen. Habe ich ja auch gemacht, sogar zwei Nächte.

Ich persönlich weiß von vielen Fans, die ihre Dauerkarte abgegeben haben, vorerst nicht mehr auswärts fahren oder einen gemütlichen Fernsehabend sogar dem Stadionbesuch bei Heimspielen vorziehen. Und nach 20 Minuten den Fernseher ausschalten.
In der Westkurve habe ich vorgestern vielen Fans ins Gesicht geschaut und eine gewisse Hilf- und Ratlosigkeit erkannt. Okay, einige haben auch geklatscht, vielleicht sind sie mit dem Gebotenen zufrieden. Ich nicht.

Als ich gestern Morgen dann durch Facebook scrollte, fiel ich beim Beitrag von Jean Zimmer beinahe vom Schreibtischstuhl. Erst wurde da das Betze-Lied zitiert und dann gab der junge Kerl aus der zweitjüngsten Mannschaft der Liga den „Erfolgsfans“, die gepfiffen haben, den versteckten Tipp beim nächsten Mal besser zuhause zu bleiben. Sicher werden dieser Bitte beim Spiel gegen Freiburg am Wurstmarkt-Freitag einige nachkommen.

Lieber Jean, Erfolgsfans hat der FCK nahezu keine mehr. Diese habt ihr in den vergangenen vier Jahren vom Betze gespielt. Auf die Couch. Nach Hoffenheim. Oder nach Mainz.
Ganz im Gegenteil: Die, die sich dieses überwiegend planlose Gekicke noch anschauen, geben ihr letztes Hemd und Geld für diesen Verein. Außerdem finanzieren sie euch einen Teil eures Gehaltes. Wenn du nächstes Jahr für 3,50 € mehr vielleicht irgendwo anders kickst, sind diese Fans immer noch da. Diese sind es im Übrigen auch, die seit Jahren aus irgendeiner Ecke regelmäßig verbal auf die F*esse bekommen. Und da zähle ich mich aus gewissen Gründen auch dazu.

Jean, ich habe am Montag nicht gepfiffen. Ich war in der 40. Minute schon am Bierstand, also darf ich wieder kommen, oder?

Fußball in Kaiserslautern ist schon eh und je mehr als nur das Endergebnis.

In diesem Sinne, bis Freitag in Heidenheim.

PS: Jean Zimmer und Kosta Runjaic haben sich heute in der Pressekonferenz vor dem Spiel in Heidenheim nochmal zum Thema geäußert.

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